Die größten Sorgen rund um die Solo-Mutterschaft – und was Solo Mamas selbst dazu sagen

Solo-Mutterschaft kann zunächst überwältigend wirken – aber was, wenn Sie direkt von Frauen hören könnten, die diesen Weg bereits gegangen sind? In diesem Beitrag erzählen Solo-Mütter, welche Sorgen sie vor dem Start hatten – und was sie auf ihrer Reise gelernt haben.
Solo-Mütter
Anne Petersen
May 7, 2025
4 Min. Lesezeit
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Wenn Sie sich das Leben als Solo-Mutter vorstellen – welche Herausforderung fällt Ihnen zuerst ein? Alles allein stemmen? Alleinige Versorgerin der Familie sein? Oder das Gespräch darüber beginnen, sich Unterstützung durch einen Samenspender zu holen?

In einer Umfrage in unserem Webinar für Solo-Mütter haben wir Frauen gefragt, welchen Aspekt sie als besonders herausfordernd empfinden.

Die Antworten:

  • Alles alleine bewältigen: 63 %
  • Mit meinem Kind über die Spenderzeugung sprechen: 22 %
  • Finanzplanung: 9 %
  • Soziale Stigmatisierung und Kommentare: 4 %


Solo-Mutterschaft kann in vielerlei Hinsicht einschüchternd wirken. Doch was sagen diejenigen, die bereits diesen Schritt gewagt haben? Wir haben mit zwei Solo-Müttern gesprochen – Clara und Natalie –, die den Weg gegangen sind: mit Vorfreude, Unsicherheit und vielen Fragen.

Hier erzählen sie, wie sie heute, als freiwillig gewählte Solo-Mütter, auf ihre Erfahrungen blicken.

Finanzielle Überlegungen: Schaffe ich das allein?

Für Clara (37) aus Deutschland war die größte Sorge vor dem Schritt in die Solo-Mutterschaft die finanzielle Sicherheit – weniger der Weg zur Schwangerschaft selbst, sondern die Frage, ob sie ihren Lebensstandard würde halten können.

„Es war kein Problem, aber eine große Frage“, erzählt sie.

Clara legte jeden Monat so viel wie möglich zur Seite und informierte sich über mögliche Unterstützungen. „Man muss wirklich tief eintauchen, um zu sehen, was machbar ist. Ehrlich gesagt: Man muss sich finanziell weiterbilden“, sagt sie. Dabei halfen ihr gezielte Finanzberatungen speziell für Frauen.

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Auch Natalie (31) aus den Niederlanden hatte Finanzen ganz oben auf ihrer Prioritätenliste.

„Ich wollte sicherstellen, dass ich vorbereitet bin – auch finanziell. Ich wollte meinem Kind ein gutes Leben ermöglichen“, sagt sie.

Als Planerin durch und durch erstellte sie eine große Excel-Tabelle mit allen möglichen Szenarien. „Einfach, um sicherzugehen, dass ich alles abgedeckt habe“, erklärt sie.

Mehr dazu: Lesen Sie unseren Beitrag Wie Sie sich finanziell auf die Solo-Mutterschaft vorbereiten.

Partnersuche als Solo-Mutter by choice

Auch das Thema Dating beschäftigt viele angehende Solo-Mütter.

Natalie erinnert sich: „Ich habe mich gefragt, ob es später schwieriger sein würde, jemanden kennenzulernen. Und auch andere haben mich das gefragt.“

Sie hatte Bedenken, ob potenzielle Partner ihr Familienmodell akzeptieren würden. „Ich habe immer gesagt: Eine Person, die mein Kind nicht akzeptiert, ist nicht die richtige. Aber das dann tatsächlich im echten Leben umzusetzen ...“

Heute, mit ihrer Tochter an ihrer Seite, sieht sie vieles entspannter.
„Der Zweifel hat sich verändert, weil ich wieder daten war. Ich habe gemerkt: Es gibt Menschen, die unsere Familie so annehmen, wie sie ist.“

Über Spenderzeugung sprechen – wann und wie?

Auch der Umgang mit dem Thema Spenderzeugung beschäftigt viele Solo-Mütter.

Clara begann das Gespräch mit ihrem Sohn schon früh – zunächst spielerisch, später bewusster.
„Als er in den Kindergarten kam, fragten andere Kinder, warum nur ich ihn abhole und nie ein Vater. Ich sagte ihm, dass er keinen Papa hat. Einige Kinder waren verwirrt, andere sagten einfach ‚okay‘.“

Heute, mit vier Jahren, versteht ihr Sohn mehr über verschiedene Familienformen.
„Er fragt nicht ‚Wo ist mein Papa?‘, sondern ‚Habe ich einen Papa?‘. Ich sage ihm: ‚Du hast keinen Papa‘, weil ich die soziale Rolle nicht mit dem Spender verknüpfen möchte“, erklärt sie.

Clara beschreibt, dass sie ihm erklärt hat, jemand habe ihr geholfen, ihn zu bekommen – und dass sie gemeinsam mehr darüber sprechen können, wenn er älter wird. „Es ist Teil unseres Alltags geworden – nichts, worüber wir uns komisch fühlen.“

Mehr zum Thema: Lesen Sie unseren Leitfaden Wie Sie mit Ihrem Kind über die Spenderzeugung sprechen.

Fehlannahmen über Solo-Mütter

Beide Frauen begegnen immer wieder Vorurteilen.

„Manche sagen, Solo-Mütter seien egoistisch und würden nur an sich denken“, berichtet Clara. „Aber das könnte nicht falscher sein. Wir alle haben an unsere Kinder gedacht – an ihre Fragen, ihre Zukunft und wie sie in der Welt stehen werden.“

Natalie lässt solche Kommentare meist kalt. „Viele Menschen wissen einfach zu wenig. Wenn sie offen sind, erkläre ich es ihnen – und oft verstehen sie es dann besser.“

Sie möchten mehr über die Solo-Mutterschaft erfahren?

Solo-Mutterschaft bringt viele Fragen mit sich – zu Finanzen, Partnerschaft, Kommunikation mit dem Kind und gesellschaftlicher Wahrnehmung.Doch wie Clara und Natalie zeigen, lässt sich dieser Weg mit Planung, Offenheit und Vertrauen in die eigene Stärke gut meistern – und er kann zutiefst bereichernd sein.

Wenn Sie mehr über die Erfahrungen von Clara und Natalie erfahren möchten, können Sie unser Webinar ansehen, in dem sie ihre Geschichten teilen:

Webinar über den Weg zur Solo-Mutterschaft.

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