Wie lässt sich die Spermienzahl erhöhen?

Männer können die Spermienzahl durch Veränderungen ihres Lebensstils erhöhen und bei Bedarf eine medizinische Abklärung vornehmen lassen. Verbesserungen der männlichen Fruchtbarkeit benötigen in der Regel mehrere Wochen, da die Spermienproduktion einem festen biologischen Zyklus folgt. Wenn sich die Spermienzahl nicht ausreichend für eine Schwangerschaft durch Geschlechtsverkehr verbessert, sind Kinderwunschbehandlungen mit medizinischer Unterstützung oder mit Spendersamen gängige alternative Wege auf dem Weg zur Elternschaft, die Männern helfen können, Vater zu werden.
Samenspender
Julie Paulli Budtz
12. Mai 2026
12 Min. Lesezeit
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Was ist die Spermienzahl und warum ist sie wichtig?

Die Spermienzahl ist die Anzahl der Spermien pro Milliliter (mL) Ejakulat. Sie wird manchmal als Spermienkonzentration bezeichnet. Die Spermienzahl ist einer der zentralen Werte eines Spermiogramms, bei dem verschiedene Parameter zur Beurteilung der Spermienqualität untersucht werden. Sie ist zwar nicht der einzige Faktor, der die männliche Fruchtbarkeit beeinflusst, kann aber Ihre Chancen auf eine Empfängnis beeinflussen. 

Eine höhere Spermienzahl erhöht die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Samenzelle den Weg durch den weiblichen Fortpflanzungstrakt überlebt und eine Eizelle erfolgreich befruchtet. Eine niedrige Spermienzahl verringert die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht.

Was ist eine normale Spermienzahl?

Eine „normale“ oder gesunde Spermienzahl ist definiert als 15 Millionen Samenzellen pro mL Ejakulat oder mehr. Die folgenden Bereiche entsprechen den Referenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

SpermienzahlSpermien pro mLGesamtzahl der Spermien im EjakulatMedizinischer Begriff
Niedrige Spermienzahl0 - 15 Millionen0 - 39 Millionen Oligospermie
Durchschnittliche Spermienzahl15 Millionen - 200 Millionen39 Millionen - 300 Millionen Normozoospermie*
Hohe SpermienzahlÜber 200 MillionenÜber 300 Millionen Hyperzoospermie

* Normozoospermie bezeichnet Ejakulat, das alle Kriterien für gesunden Samen erfüllt, einschließlich Beweglichkeit und Morphologie, nicht nur der Spermienzahl.

Spermienzahl im Vergleich zur Spermienqualität

Die Spermienzahl ist einer von mehreren Indikatoren für die Spermienqualität und die allgemeine Gesundheit der Samen. Weitere sind:

  • Spermienmorphologie – die Form und Größe von Spermien. Die Spermienmorphologie kann sich auch auf den Prozentsatz der Spermien mit normaler Form in einer Ejakulatprobe beziehen.
  • Spermienmotilität – wie effizient sich Spermien durch den weiblichen Fortpflanzungstrakt und in Richtung der Eizelle bewegen. wird auch verwendet, um den Prozentsatz der Spermien zu messen, die sich schnell und geradlinig bewegen können.
  • Ejakulatvolumen – die insgesamt ejakulierte Flüssigkeitsmenge.

Auch wenn eine gesunde Spermienzahl ein wichtiger Faktor für die männliche Fruchtbarkeit ist, können Sie dennoch eine gute Spermienzahl haben und aufgrund einer schlechten Spermienqualität mit Fruchtbarkeitsproblemen konfrontiert sein. So können Sie zum Beispiel eine gesunde Spermienzahl, aber eine geringe Spermienbeweglichkeit haben, was es schwieriger macht, schwanger zu werden.

Ein Spermiogramm untersucht all diese Parameter und liefert die entsprechenden Ergebnisse.

Erhöhung der Spermienzahl

Männer mit niedriger Spermienzahl unternehmen auf ihrem Weg zum Wunschkind häufig die folgenden Schritte:

  1. Sie verändern ihren Lebensstil, um die Spermienzahl auf natürliche Weise zu verbessern
  2. Sie nehmen medizinische Behandlungen in Anspruch, um zugrunde liegende Ursachen zu beheben
  3. Sie informieren sich über assistierte Reproduktionstechnologien und Optionen der Kinderwunschbehandlung
  4. Sie ziehen Kinderwunschbehandlungen mit Spendersamen in Betracht

Manche Männer gehen diese Schritte der Reihe nach durch und gehen zum nächsten Schritt über, wenn keine erfolgreiche Empfängnis eintritt. In anderen Fällen empfehlen KinderwunschexpertInnen jedoch möglicherweise, einzelne Schritte zu überspringen. Der Weg zur Elternschaft ist für jeden Mann einzigartig, und gemeinsam mit Ihrem oder Ihrer FruchtbarkeitsspezialistIn entscheiden Sie, was für Sie und Ihre Partnerperson am besten ist.

Wie sich die Spermienzahl auf natürliche Weise erhöhen lässt

Die meisten Männer können ihre Spermienzahl auf natürliche Weise erhöhen, indem sie ihren Lebensstil ändern und diese Veränderungen beibehalten. Allerdings stellen sich Verbesserungen der Spermienqualität nicht sofort ein und brauchen Zeit. Zu den wirksamsten Änderungen des Lebensstils gehören:

  1. Mit dem Rauchen aufhören
  2. Alkoholkonsum reduzieren
  3. Ernährung verbessern
  4. Einen gesunden Lebensstil pflegen
  5. Übermäßige Hitze vermeiden
  6. Den Kontakt mit Giftstoffen begrenzen

Schädliche Gewohnheiten vermeiden

Um die Spermienzahl zu erhöhen und die Gesundheit der Spermien zu verbessern, sollten Männer:

  • Rauchen vermeiden – Rauchen verursacht oxidativen Stress, der Spermien schädigt und die Spermienzahl verringert. Studien zeigen, dass Männer, die 20+ Zigaretten pro Tag rauchen, einen Rückgang der Spermienzahl um 29 % verzeichnen können (Kovac et. al.)
  • Weniger Alkohol trinken – starker Alkoholkonsum und Rauschtrinken können die Spermienzahl erheblich beeinträchtigen. 
  • Auf Freizeitdrogen verzichten – es wird angenommen, dass Cannabis, Kokain, MDMA und Opioide die Spermienzahl auf verschiedene Weise verringern.

Ernährung verbessern

Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Nährstoffe und Lebensmittel die Spermienzahl erhöhen. Um die Gesundheit ihres Samens zu verbessern, sollten Männer gesättigte Fettsäuren in verarbeiteten Lebensmitteln meiden und die folgenden Bestandteile in ihre Ernährung aufnehmen:

NährstoffWirkungVorkommen in
ZinkZink unterstützt die Testosteronproduktion und die DNA-ReplikationMageres Fleisch, Schalentiere und Hülsenfrüchte
SelenSchützt Spermien vor oxidativem StressFisch, Nüsse und Eier
Omega-3Kann die Hormonproduktion und den Hormonhaushalt beeinflussen, insbesondere in Bezug auf TestosteronFettreicher Fisch, Nüsse und Samen
AntioxidantienSchützen Samen vor oxidativem Stress und DNA-SchädenBeeren, Bohnen und Blattgemüse

Einen gesunden Lebensstil pflegen

ExpertInnen empfehlen einen gesunden Lebensstil, um die Spermienzahl zu verbessern. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, ein gesundes Gewicht, ausreichend Schlaf und das Vermeiden von Stress. All dies trägt zur Regulierung von Hormonen wie Testosteron bei, die für eine gesunde Samenproduktion wichtig sind. 

Gleichzeitig ist es wichtig, auf ein ausgewogenes Vorgehen zu achten. So können beispielsweise zu viel Schlaf, zu intensives Training und ein zu starker Gewichtsverlust die Spermienzahl und die männliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Die Hoden auf optimaler Temperatur halten

Eine gesunde Samenproduktion hängt von einem engen Temperaturbereich von 34°C bis 35°C ab. Daher kann übermäßige Hitze Samen schädigen und die Spermienzahl verringern. Um die Spermienzahl zu erhöhen, sollten Männer überschüssige Wärme vermeiden, die durch enge Kleidung, das Sitzen mit einem Laptop auf dem Schoß und Aufenthalte in Whirlpools entsteht.

Häufigkeit und Zeitpunkt der Ejakulation

Auch wenn die Häufigkeit der Ejakulation einen Einfluss auf die Spermienzahl hat, ist ihre Gesamtwirkung auf die Spermienqualität in der Wissenschaft umstritten. Forschungsergebnisse deuten zum Beispiel darauf hin, dass der Verzicht auf Ejakulation über vier oder mehr Tage die Spermienzahl verbessern kann. Allerdings kann dies auch die Samenbeweglichkeit beeinträchtigen und die DNA der Samen schädigen (Clay et. al.). Insgesamt wird angenommen, dass regelmäßige Ejakulation die Gesundheit des Samens unterstützt, und Männern mit Kinderwunsch wird empfohlen, alle paar Tage zu ejakulieren.

Wie lange dauert es, die Spermienzahl zu erhöhen?

In der Regel dauert es zwei bis drei Monate, die Spermienzahl durch Änderungen des Lebensstils zu erhöhen. Das liegt daran, dass der männliche Körper etwa 75 Tage benötigt, um Samenzellen zu produzieren und reifen zu lassen. Verbesserungen der Spermienqualität werden Sie nur bei Zellen sehen, die nach den Änderungen des Lebensstils produziert werden, und diese Zellen benötigen 75 Tage, um zu Spermien heranzureifen, die zur Befruchtung fähig sind.

Kann man die Spermienzahl in 24 Stunden erhöhen?

Nein, Sie können die Spermienzahl nicht sofort erhöhen, da die Spermienproduktion naturgemäß einen bestimmten Zyklus und eine bestimmte Dauer hat. Männer, die ihre Spermienqualität verbessern möchten, sollten auf langfristige, nachhaltige Änderungen des Lebensstils setzen und sich auf die Bereiche konzentrieren, die den größten Einfluss haben. So können Raucher durch einen Rauchstopp eine deutliche Verbesserung der Spermienqualität feststellen. Eine übergewichtige Person hingegen sollte sich eher auf regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung konzentrieren.

Was verursacht eine niedrige Spermienzahl?

Die drei Hauptursachen für eine niedrige Spermienzahl sind Lebensstilfaktoren, Erkrankungen und Umweltfaktoren. In manchen Fällen kann eine Kombination dieser Faktoren zu männlicher Unfruchtbarkeit beitragen.

Lebensstilfaktoren

  • Rauchen – Rauchen verursacht oxidativen Stress, der Spermien schädigt und die Spermienzahl verringert. 
  • Alkohol – hoher Alkoholkonsum wird mit einer verringerten Spermienzahl in Verbindung gebracht, da er das Hormongleichgewicht und die Testosteronproduktion negativ beeinflusst.
  • Gewicht – Adipositas verringert die Spermienzahl, da überschüssiges Fettgewebe hormonelle Ungleichgewichte und oxidativen Stress verursacht, der Spermien schädigt.
  • Stress – Stress hat erhebliche Auswirkungen auf den Hormonspiegel und kann die Spermienproduktion beeinträchtigen.

Erkrankungen

  • Hormonelles Ungleichgewicht – Hormone wie Testosteron, Prolaktin und FSH/LH spielen alle eine zentrale Rolle bei der Spermienproduktion, und Ungleichgewichte, bei denen die Werte höher oder niedriger als normal sind, können eine niedrige Spermienzahl verursachen.
  • Varikozele – eine Vergrößerung der Venen im Hodensack. Eine Varikozele kann die Hodentemperatur und den oxidativen Stress erhöhen, was zu einer niedrigeren Spermienzahl führt.
  • Infektionen – bakterielle Infektionen können die Spermienproduktion beeinträchtigen, während Entzündungen, die durch andere Infektionsarten verursacht werden, Blockaden hervorrufen können, welche die Spermienzahl senken. 
  • Erbkrankheiten – Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Klinefelter-Syndrom und chromosomale Translokation können die Spermienzahl verringern.

Erkrankungen wie die oben beschriebenen erfordern eine professionelle medizinische Diagnose. Das Vorliegen einer solchen Erkrankung führt nicht zwangsläufig zu einer niedrigen Spermienzahl, und Personen, die sich Sorgen über die Auswirkungen auf ihre Fruchtbarkeit machen, sollten sich an medizinisches Fachpersonal oder Kinderwunschexperten wenden.

Umwelt- und äußere Faktoren

  • Toxine – Pestizide, Chemikalien, Schwermetalle und Schadstoffe können die Spermienproduktion stören und die Spermienzahl senken. Die Belastung mit Toxinen am Arbeitsplatz ist für viele Männer mit Kinderwunsch ein Anliegen.
  • Hitzeeinwirkung – Hitzeeinwirkung, die zu einem Anstieg der Hodentemperatur auf über 35°C führt, kann die Spermienzahl beeinträchtigen. Dies geschieht am häufigsten durch eng anliegende Kleidung, längeren Aufenthalt (mehrere Stunden) in warmen Umgebungen wie Whirlpools und Saunen sowie durch das Platzieren heißer elektronischer Geräte auf dem Schoß. 
  • Medikamente – anabole Steroide, Testosteronersatztherapie, einige Antidepressiva und einige Chemotherapeutika können die Spermienzahl verringern. In den allermeisten Fällen sind die Auswirkungen reversibel, sobald Sie die Einnahme des Medikaments beenden.

Medizinische Behandlungen bei niedriger Spermienzahl

Wenn Änderungen des Lebensstils die Spermienzahl nicht erhöhen, können medizinische Kinderwunschbehandlungen Ihnen helfen, schwanger zu werden. Gängige Behandlungen bei niedriger Spermienzahl sind:

Behandlung Beschreibung Wird eingesetzt, wenn …
Hormontherapie Eine Reihe von Behandlungen, bei denen Medikamente eingesetzt werden, um die Hormonproduktion zu stimulieren oder zu hemmen und wichtige Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die niedrige Spermienzahl wird durch hormonelle Ungleichgewichte verursacht, wie niedriges Testosteron, FSH und LH oder hohes Östrogen.
Operation Mögliche operative Behandlungen bei niedriger Spermienzahl umfassen die Rückgängigmachung einer Vasektomie, Varikozelenoperation und Vasoepididymostomie. Die niedrige Spermienzahl ist die Folge von Varikozelen oder einer Blockade im Nebenhoden.
Medikamente Antibiotika können zur Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen oder anderen Infektionen eingesetzt werden, die eine Beeinträchtigung der Spermienproduktion oder des Spermientransports bewirken. Die niedrige Spermienzahl wird durch Infektionen, Entzündungen oder bakterielle Probleme verursacht.
In-vitro-Fertilisation (IVF) mit intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) Die In-vitro-Fertilisation (IVF) bezeichnet eine Kinderwunschbehandlung, bei der reife Eizellen aus den Eierstöcken der Partnerin entnommen und unter Laborbedingungen befruchtet werden. Die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ist eine Form der IVF, bei der FruchtbarkeitsspezialistInnen ein einzelnes gesundes Spermium aus dem Sperma des Mannes isolieren und es unter Laborbedingungen direkt in die Eizelle injizieren. Die Spermienzahl kann durch Änderungen des Lebensstils oder andere Behandlungen nicht verbessert werden.

Was, wenn die Samenanzahl sehr niedrig oder null ist?

Eine niedrige Spermienzahl hat viele Abstufungen, und es gibt leichte sowie schwerere Fälle. In einigen Fällen kann ein Mann überhaupt keine Spermien im Ejakulat haben. Dies wird als bezeichnet und betrifft 1 % aller Männer. Generell gilt: Je niedriger Ihre Spermienzahl ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, durch Geschlechtsverkehr schwanger zu werden.

Wenn Sie eine sehr niedrige Spermienzahl oder Azoospermie haben, gibt es dennoch Wege, Vater zu werden. 

Der erste Schritt ist, mit einem Kinderwunschexperten zu sprechen. Welche Möglichkeiten Sie haben, hängt weitgehend von den Ursachen Ihrer niedrigen Spermienzahl ab. Operative Behandlungen können in einigen Fällen von Azoospermie helfen, während ICSI für Menschen mit sehr niedriger Spermienzahl eine Option sein kann. Wenn diese Behandlungen nicht infrage kommen, können Sie auch Spendersamen, Adoption und Pflegeelternschaft in Betracht ziehen. 

Eine niedrige Spermienzahl bedeutet nicht, dass Sie nicht Vater werden können.

Kann sich ein Mann von einer niedrigen Spermienzahl erholen?

Die zugrunde liegenden Ursachen einer niedrigen Spermienzahl bestimmen, ob sie verbessert werden kann. So können Veränderungen des Lebensstils beispielsweise zu einer Erhöhung der Spermienkonzentration führen, solange keine anderen zugrunde liegenden Probleme bestehen. Es gibt mehrere Fälle, in denen die Spermienzahl nicht verbessert werden kann. Dazu gehören:

  • Bestimmte Erbkrankheiten, wie das Klinefelter-Syndrom
  • Körperliche Blockaden, die nicht operativ behandelt werden können
  • Fälle von Verletzungen oder Schädigungen der Hoden 
  • Nach einigen Krebsbehandlungen
  • Altersbedingter Rückgang der Fruchtbarkeit
  • Ungeklärte Unfruchtbarkeit.

Fruchtbarkeitsoptionen, wenn die Spermienzahl nicht verbessert werden kann

Wenn Versuche, die Spermienzahl durch Veränderungen des Lebensstils und medizinische Behandlung zu verbessern, nicht zu einer ausreichenden Erhöhung führen, ist der nächste Schritt in der Regel eine assistierte Reproduktion oder Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen. In diesem Stadium hängen die Fruchtbarkeitsoptionen weitgehend davon ab, ob ein Mann befruchtungsfähige Spermien produzieren kann oder ob die besten Chancen auf eine Schwangerschaft mit getesteten Spendersamen aus einer lizenzierten Samenbank bestehen. 

Behandlung der assistierten Reproduktion

Die drei wichtigsten Behandlungen für die assistierte Empfängnis sind:

  • Intrauterine Insemination (IUI) – Spermien werden mithilfe eines Katheters direkt in die Gebärmutter eingebracht. 
  • In-vitro-Fertilisation (IVF) – Eizellen werden aus den Eierstöcken entnommen und im Labor mit Spermien befruchtet. Anschließend werden Embryonen in die Gebärmutter übertragen, wo sie sich weiterentwickeln können.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) – eine spezialisierte Form der IVF, bei der ein einzelnes gesundes Spermium unter Laborbedingungen direkt in die Eizelle injiziert wird. Bei der traditionellen IVF werden Tausende von Spermien verwendet, diese müssen jedoch dennoch die Eizelle erreichen und in sie eindringen, um sie zu befruchten. Bei niedriger Spermienzahl oder Problemen mit der Beweglichkeit und Morphologie der Spermien ist das nicht immer möglich. ICSI umgeht diese Probleme.

Spendersamen als Alternative verwenden

Eine Schwangerschaft mit Spendersamen ist ein häufiger Weg zur Elternschaft für Paare, die mit Fruchtbarkeitsproblemen konfrontiert sind, die eine Empfängnis verhindern. Manche Paare kommen zu dieser Möglichkeit, nachdem sie die oben beschriebenen Kinderwunschbehandlungen ausgeschöpft haben, während andere sie früher auf ihrem Weg in Betracht ziehen, entweder weil sie eine Erkrankung haben, die nicht behandelt werden kann, oder weil sie keine Behandlung durchführen möchten. 

Wenn Sie Spendersamen aus einer Samenbank verwenden, sind Sie durch starke rechtliche Rahmenbedingungen geschützt, die sicherstellen, dass Sie als rechtlicher Vater eingetragen werden, sowie durch umfassende Screeningprozesse, die Gesundheitsrisiken minimieren. Umfassende Spenderprofile ermöglichen es Ihnen, aus einem breitgefächerten Angebot an Samenspendern zu wählen, und fortschrittliche Matching-Tools können Ihnen helfen, Spender zu finden, die Ihnen oder einer nahestehenden Person körperlich ähneln.

Viele Männer sind liebevolle Väter von durch Samenspende gezeugten Kindern. Für diejenigen, die erkennen, dass Elternschaft durch Liebe, Fürsorge und Unterstützung definiert wird und nicht durch biologisches Material, ist dies genauso bereichernd und erfüllend wie jeder andere Weg zur Elternschaft.

Wann sollten Sie einen Kinderwunschexperten (ReproduktionsmedizinerIn) aufsuchen?

Sie sollten unter folgenden Umständen eine(n) Kinderwunschexperten(in) zu Rate ziehen:

  • Sie sind unter 35 Jahre alt und trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs in zwölf Monaten nicht schwanger geworden.
  • Sie sind über 35 Jahre alt und trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs in 6 Monaten nicht schwanger geworden.
  • Sie machen sich aus einem anderen Grund Sorgen um Ihre Fruchtbarkeit. Zum Beispiel, wenn Sie sich mit einer STI angesteckt haben oder sich einer Krebsbehandlung unterzogen haben.
  • Sie haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten.
  • Sie leiden an einer chronischen Erkrankung, wegen der die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden kann, wie Diabetes, eine Herzerkrankung oder eine genetische Erkrankung.

Ihr(e) Kinderwunschexperte(in) wird höchstwahrscheinlich einen Test auf männliche Unfruchtbarkeit und ein Spermiogramm durchführen. Möglicherweise werden Sie auch auf STIs wie Chlamydien getestet.

Was bedeutet Motile Total?

Motile Total bezeichnet die Anzahl der Spermien, die sich vorwärts bewegen. Der Begriff wird häufig mit MOT abgekürzt und ist bei Kinderwunschbehandlungen mit Spendersamen gebräuchlich. 

Lesen Sie unseren Leitfaden zur Beweglichkeit von Spendersamen, um mehr über MOT zu erfahren, welchen MOT-Wert Sie für bestimmte Kinderwunschbehandlungen benötigen und wie die European Sperm Bank MOT misst.