

Eine Regenbogenfamilie – auch gleichgeschlechtliche Familie genannt – ist ein Haushalt, der von Partner:innen gleichen Geschlechts geführt wird. Manche Definitionen von Regenbogenfamilien beziehen auch alleinstehende LGBTQ+-Eltern mit ein. Regenbogenfamilien können sehr unterschiedliche Formen und Strukturen haben. Ob mit zwei Vätern, zwei Müttern oder einer anderen elterlichen Konstellation – Regenbogenfamilien werden immer häufiger.
Von gleichgeschlechtlicher Elternschaft spricht man, wenn Eltern gleichen Geschlechts ein Kind großziehen. Gleichgeschlechtliche Elternschaft unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von gleichgeschlechtlichen Familien. Dazu gehören:
Die Vielfalt gleichgeschlechtlicher Familien zeigt sich in unterschiedlichen Konstellationen, beispielsweise mit zwei Müttern, zwei Vätern oder mehreren Elternteilen. Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien können adoptiert, in Pflege genommen oder durch eine Kinderwunschbehandlung gezeugt worden sein. Ein oder beide Partner können auch Kinder aus einer früheren heterosexuellen Beziehung haben. Ähnlich wie traditionelle heterosexuelle Familien sind auch die Strukturen gleichgeschlechtlicher Familien komplex, vielfältig und oft sehr individuell.
Die Zahl gleichgeschlechtlicher Eltern ist in vielen europäischen Ländern in den letzten 10 bis 20 Jahren gestiegen. Derzeit werden gleichgeschlechtliche Familien in 23 europäischen Ländern anerkannt, darunter unter anderem das Vereinigte Königreich, Dänemark, die Niederlande, Deutschland, Frankreich und Spanien.
Genaue Statistiken über die Zahl gleichgeschlechtlicher Eltern in einem Land sind aus mehreren Gründen schwer zu erheben. Da gleichgeschlechtliche Elternschaft in vielen Ländern erst seit vergleichsweise kurzer Zeit anerkannt ist, gibt es bislang nur begrenzte Daten und wenige groß angelegte Studien. Die bisher durchgeführten Studien konzentrieren sich meist auf die Zahl gleichgeschlechtlicher Ehen und eingetragener Lebenspartnerschaften. Schließlich können LGBTQ+-Personen Kinder aus früheren heterosexuellen Beziehungen haben, was die Datenerhebung zusätzlich erschwert.
Zu den Herausforderungen, mit denen gleichgeschlechtliche Paare auf dem Weg zur Elternschaft konfrontiert sein können, gehören:
Die European Sperm Bank kann gleichgeschlechtliche Paare dabei unterstützen, viele dieser Herausforderungen zu bewältigen. Unsere erfahrenen Berater:innen unterstützen Sie bei allen Fragen rund um die Kinderwunschbehandlung – von den rechtlichen Rahmenbedingungen in Ihrem Wohnsitzland bis hin zu den verfügbaren Behandlungsoptionen. Wir unterstützen gleichgeschlechtliche Paare außerdem dabei, eine Kinderwunschklinik zu finden, in der sie sich respektiert und gut aufgehoben fühlen.

Gleichgeschlechtliche Paare werden in der Regel durch Adoption, Pflege oder eine Kinderwunschbehandlung Eltern.
Bei einer Kinderwunschbehandlung werden bei lesbischen Paaren häufig Spendersamen für lesbische Paare und bei männlichen homosexuellen Partnern Leihmutterschaft genutzt. Leihmutterschaft bezeichnet eine Vereinbarung, bei der eine Frau eine Schwangerschaft für Wunscheltern austrägt, die nach der Geburt die Elternrolle übernehmen.
Es gibt mehrere Optionen, wenn es um Behandlungen mit Spendersamen geht.
Gleichgeschlechtliche Paare sollten bei der Familienplanung verschiedene Aspekte berücksichtigen: den gewünschten Weg zur Elternschaft (z. B. Adoption oder Kinderwunschbehandlung), ihr Unterstützungsnetzwerk, die Aufteilung der Elternrollen und den späteren Umgang mit der Herkunft des Kindes.
Diese Überlegungen zur gleichgeschlechtlichen Elternschaft lassen sich in mehrere Kategorien einteilen.
Dies sind die wichtigsten Aspekte, mit denen Sie sich möglichst früh auf Ihrem Weg zur Elternschaft befassen sollten. Dazu gehört, ob Sie ein Kind durch Adoption oder eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen bekommen möchten oder ob eine Pflegeelternschaft für Sie eher infrage kommt. Um Sie dabei zu unterstützen, können Sie:
Im Rahmen dieses Prozesses sollten Sie auch den rechtlichen Status der verschiedenen Wege in Ihrem Wohnsitzland berücksichtigen. Unsere erfahrenen Berater:innen können Sie zu den geltenden Regelungen informieren. Wir empfehlen jedoch, sich bei rechtlichen Fragen zusätzlich vor Ort beraten zu lassen, da die rechtliche Anerkennung von Land zu Land unterschiedlich ist.
In dieser Phase des Prozesses können Sie auch beginnen, über Regelungen zur gemeinsamen Elternschaft nachzudenken und diese zu planen. Zum Beispiel möchten lesbische Paare, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, möglicherweise überlegen, wer die Schwangerschaft austrägt und ob eine Reziproke IVF für sie infrage kommt. Alle gleichgeschlechtlichen Paare möchten möglicherweise darüber nachdenken, wie sich ihr Leben mit der Ankunft ihres Kindes verändern wird.
Untersuchungen zeigen, dass es für das Wohlbefinden eines durch Samenspende gezeugten Kindes am besten ist, frühzeitig offen mit ihm über seine Entstehung durch eine Samenspende zu sprechen. Zu warten, bis ein Kind älter ist, kann verunsichernd wirken, und das Bewahren von Geheimnissen kann zu Gefühlen von Schuld, Scham oder Verlegenheit führen. Offen und ehrlich über die Entstehung durch eine Samenspende zu sprechen und dies bereits früh positiv zu vermitteln, hilft Kindern zu verstehen, dass es sich nicht um ein Tabuthema handelt.
Wichtig ist, dass alle Gespräche über die Herkunft und Offenlegung dem Alter des Kindes entsprechend geführt werden. Um Sie dabei zu unterstützen, können Sie:
Darüber hinaus gibt es praktische Aspekte, die berücksichtigt werden sollten. Dazu gehören zum Beispiel:
Die Forschung zeigt, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien genauso gut, wenn nicht sogar besser, zurechtkommen als Kinder, die von heterosexuellen Eltern großgezogen werden (BMJ Global Health).
Während die Entwicklung eines Kindes nur sehr wenig mit der sexuellen Orientierung der Eltern zusammenhängt, zeigen Studien, dass Kinder aus gleichgeschlechtlichen Familien häufig enge Eltern-Kind-Beziehungen mit viel Wärme, Interaktion und gegenseitiger Unterstützung erleben. In jeder anderen Hinsicht gibt es keinen nennenswerten Unterschied in der Entwicklung von Kindern im Vergleich zu Familien mit heterosexuellen Eltern.
Ob ein Kind von gleichgeschlechtlichen oder heterosexuellen Eltern großgezogen wird, ist weniger entscheidend als ein stabiles, liebevolles Zuhause, enge familiäre Beziehungen und die Qualität der Erziehung.
Das Wohlbefinden eines Kindes hängt von sicheren und vertrauensvollen Beziehungen, unterstützenden und verantwortungsbewussten Erwachsenen sowie dem Zugang zu einem fürsorglichen Umfeld ab.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass auch gleichgeschlechtliche Familien mit alltäglichen Herausforderungen konfrontiert sein können. Sie können nicht alles kontrollieren. Kinder werden immer einige Herausforderungen bewältigen müssen, und der Umgang damit kann zu ihrer persönlichen Entwicklung und Resilienz beitragen. Das wichtigste Ziel ist es, Ihrem Kind ein liebevolles und unterstützendes Umfeld zu bieten, in dem es sich gesund und glücklich entwickeln kann.
Zu den möglichen Vorteilen gleichgeschlechtlicher Familien gehören:
Die einzigen Nachteile gleichgeschlechtlicher Elternschaft werden Familien von der Gesellschaft auferlegt und umfassen die mögliche Konfrontation mit Diskriminierung, Homophobie und Heterosexismus.
Viele LGBTQ+-Personen haben in ihrem Leben bereits irgendeine Form von Diskriminierung erlebt. Die Elternschaft kann jedoch auch neue Herausforderungen mit sich bringen, darunter mögliche Stigmatisierung, Ausgrenzung oder Vorurteile.
Die allgemeine, systemische Vorstellung, dass heterosexuelle Beziehungen „natürlich“ und „überlegen“ seien, wird als Heterosexismus bezeichnet und ist in vielen gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen noch immer weit verbreitet. Rechtliche Rahmenbedingungen orientieren sich in manchen Ländern noch an traditionellen Familienmodellen, was gleichgeschlechtliche Paare vor besondere Herausforderungen stellen kann. Auch wenn diese Herausforderungen in manchen Ländern stärker ausgeprägt sind als in anderen, profitieren gleichgeschlechtliche Paare bei deren Bewältigung häufig von starken Unterstützungsnetzwerken und der Begleitung durch Fruchtbarkeitsexpert:innen.
LGBTQ+-Eltern können die mit gleichgeschlechtlicher Elternschaft verbundenen Herausforderungen abmildern und bewältigen, indem sie:

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es genetische Faktoren gibt, die mit sexueller Orientierung zusammenhängen können, deren Einfluss jedoch nur einen Teil der individuellen Entwicklung erklären kann (PBS). Expert:innen gehen davon aus, dass sexuelle Orientierung ein polygenes Merkmal sein könnte. Das bedeutet, dass viele verschiedene Gene gemeinsam Einfluss auf ein Merkmal nehmen und nicht ein einzelnes Gen allein dafür verantwortlich ist. Polygene Merkmale werden außerdem stark von der Umwelt beeinflusst. Daher wird allgemein angenommen, dass sexuelle Orientierung sowohl durch genetische als auch durch Umwelt- und andere biologische Faktoren beeinflusst wird, wobei kein einzelner Faktor allein entscheidend ist.
Nein, Kinder brauchen keine Eltern beider Geschlechter, denn die Forschung zeigt, dass ein liebevolles, stabiles und förderndes Umfeld der wichtigste Faktor bei der Erziehung von Kindern ist (NYU).
Nein, Kinder von LGBTQ+-Eltern sind nicht schlechter angepasst. Die Forschung zeigt, dass sich Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern genauso gut entwickeln wie Kinder, die von heterosexuellen Eltern großgezogen werden.
Die rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Eltern unterscheidet sich von Land zu Land erheblich. In Westeuropa erlaubt die Mehrheit der Staaten heute lesbischen Paaren, mithilfe von Kinderwunschbehandlungen wie IVF Kinder zu bekommen.
Für männliche gleichgeschlechtliche Eltern haben Irland, Griechenland, Zypern und Portugal gesetzliche Regelungen eingeführt, die altruistische Leihmutterschaft erlauben und regeln. In anderen Staaten ist Leihmutterschaft entweder nicht gesetzlich geregelt und hängt von individuellen Vereinbarungen ab oder ist stillschweigend verboten. Dies gilt unter anderem für Frankreich, Deutschland, Italien, Bulgarien, Spanien und Kroatien.
Derzeit ist die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare in 23 von 56 europäischen Ländern legal.
Da sich die Rechtslage zur gleichgeschlechtlichen Elternschaft erheblich unterscheidet, empfehlen wir Ihnen, sich vor Ort fachkundig zur rechtlichen Situation beraten zu lassen. In manchen Fällen kann es möglich sein, für eine Kinderwunschbehandlung ins Ausland zu reisen. European Sperm Bank kann Ihnen dabei helfen, eine passende Kinderwunschklinik zu finden, falls dies auf Sie zutrifft.